Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (MdB) zur Frage: Brauchen wir noch eine Praxisgebühr?
"Die Praxisgebühr wurde 2004 eingeführt a) um Geld für das Gesundheitssystem zu generieren und b) um die Versicherten, die weltweit mit am häufigsten zum Arzt gehen, zu motivieren, Fachärzte möglichst nur nach Überweisung durch den Hausarzt aufzusuchen . Die Praxisgebühr hat aber diese Steuerungsfunktion verloren, wenn sie sie je gehabt hat, weil immer mehr Ausnahmetatbestände auch von Kassenseite geschaffen wurden.
Aber sie bringt rund zwei Milliarden Euro ins System. Ich würde sie gerne abschaffen, aber ich kenne bisher keinen praktikablen Vorschlag, der folgende Voraussetzungen besser erfüllt: Einnahmen sichern, Steuerungswirkung erreichen, Bürokratie abbauen und chronisch Kranke nicht überfordern. Von Vorschlägen, dass Kassenpatienten künftig bei jedem Praxisbesuch fünf oder mehr Euros bezahlen müssen, halte ich nichts, weil so nicht verbessert wird – im Gegenteil die Bürokratie würde ausgeweitet und viele Patienten würden finanziell überfordert werden. Wir haben uns schon mit dem Koalitionsvertrag die Überprüfung der Praxisgebühr auf die Fahne geschrieben, das werden wir angehen. Aber dann müssen kreativere Vorschläge auf den Tisch."